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Raven's Tagebuch
(Das Tagebuch eines Amerikanischen Colliewelpens)
7. - 8. Lebenswoche
18.08.2010
Heute sind wir 6 Wochen alt geworden. Das war für Frauchen und Herrchen ein Anlass mit uns auf große Fahrt zu gehen, um dort zu feiern - so dachten wir jedenfalls. Aber irgendetwas ist da völlig aus dem Ruder gelaufen. Es fing alles sehr vielversprechend an. Wir wurden wieder in die Transportbox gepackt. Dann ging es los mit dem Auto, diesmal war es das ganz große Auto. Die Fahrt dauerte viel länger als sonst und als wir dann endlich anhielten und wir schon erwartungsvoll herausspingsten, da nahmen Herrchen und Frauchen die Box und luden sie mit uns aus dem Auto aus.
Was wir sahen, war richtig spannend. Wir befanden uns auf dem Parkplatz von einem Einkaufszentrum. Es wurde gerempelt und geschubst, jeder wollte möglichst nah am Geschehen sein. Dann wurde wir samt Box über den Platz und Bürgersteig gerollt, bis wir an eine stark befahrene Straße kamen, an der die Autos hin und herschossen. Auch risiege Autos, wie LKWs und Busse waren dabei. Wir konnten uns gar nicht satt sehen. Da hatten Herrchen und Frauchen eine tolle Idee!
Aber dann fuhren Sie uns in eine Tierarztpraxis. Auf dem Schild stand etwas von DOK-Augenarzt und Ophtalmologe (was für ein Ding)?. Wir konnten es kaum erwarten aus der Box gelassen zu werden - aber Herrchen und Frauchen ließen uns einfach eingesperrt in unserem Verließ?! Vielleicht hätten wir diese Schonfrist genießen sollen, aber wer weiß vorher schon so genau, was das Leben später bringt?
Dann haben sie uns einer nach dem anderen herausgeholt. Na endlich haben die begriffen, dass wir toben wollen. Aber wieso holen die immer nur einen von uns heraus? Und statt uns auf dem Boden abzusetzen, wurden wir auf einen Tisch gehievt. Dann hielt so eine Dame in weißem Kittel ein Gerät an unseren Hals und es piepste. Die Chipnummern wurden kontrolliert. Mensch - das hatten wir doch vorgestern erst hinter uns. Was meinen die etwa - wir hätten über Nacht unsere Mikrochips vertauscht?
Nach eindeutiger Zuordnung ging es dann weiter in so einen kleine Raum. Erwartungsvoll schaute ich mich um. Was machen die Zweibeiner denn jetzt schon wieder - da knipsen die einfach das Licht aus, wie soll ich denn da die Welt erkunden? Licht bitte - ich will Licht!!!! Und siehe da es ward Licht - aber irgendwie anders, als ich mir vorgestellt habe. Eine grelle kleine Lampe wird direkt auf eines meiner Augen gerichtet und als ich es schnell zukniepen will, da halten die es mir auf und reden irgendetwas, dass ich still halten soll. Aber ich kann immer noch nichts richtig sehen. Links ist es immer noch stockedüster und rechts so hell, dass man auch nichts erkennen kann. Noch nie was von Gleichberechtigung für beide Augen gehört?
Auch die Antwort kam prompt. Rechts ging das Licht aus und links an, genauso grell. Menschen, wenn man nicht alles selber macht. Als dann endlich wieder vernünftiges Licht anging für beide Augen, in vernünftiger Lichtstärke, da hält mir jemand so eine Flasche ins Gesicht und drückt da irgendso eine Flüssigkeit direkt in meine Augen. Und schon war es wieder vorbei mit dem Sehen - alles war verschwommen.
Dann hieß es wieder warten .......... . Einer nach dem anderen durchlief die gleiche Prozedur. Dann kam wieder jemand in weißem Kittel, und starrte mir mit so einem grellen Gerät ins Gesicht und murmelte etwas von, die Pupillen sind noch nicht richtig erweitert, da müssen wir noch warten. Schon wieder warten, was glauben die eingentlich, was wir hier die ganze Zeit machen? Dabei wäre hier so schön Platz zum Toben! Also wieder warten ..... .
Wir waren gerade so schön eingeschlafen, da hieß es ausgerechnet jetzt würde es weiter gehen. Wieder kam einer nach dem anderen von uns auf diesen Tisch - natürlich wurde wieder das Raumlicht ausgeschaltet und wieder so ein kleines helles Licht in unsere Augen gestrahlt. Die Zweibeiner scheinen ja nichts zu begreifen. Aber selber schienen sie auch nichts sehen zu können. Denn die Person, die vor mir saß setzte sich immer so ein komisches Ding auf den Kopf, mit Licht dran und schaute uns dann wieder ganz tief, durch irgendwelche Gläser in die Augen. Vielleicht hoffte sie etwas von unserer Sehkraft herüberbeamen zu können.
Einige von uns schliefen bei dieser Prozedur immer wieder ein. Da hatten die Zweibeiner auch schon wieder was zu meckern. Noch nie was von heiligem Welpenschlaf gehört? Dabei versuchten wir uns nur in Traumland zu flüchten, ohne grelle Lichter, mit viel Platz zum toben.
Als wir dann endlich fertig waren und Frauchen glücklich war, dass wir alle frei von CEA, PRA und KAT sind, ging es endlich wieder ins Freie. Auch diesmal ließen sie uns nicht wirklich viel Zeit die neuen Eindrücke auf der Straße zu genießen. Ab ging es wieder zurück nach Hause. Dort haben wir uns dann erst mal für ein paar Stunden auf's Ohr gehauen, bis wir dann endlich wieder in den Garten durften.
19.08.2010
Heute war ein wunderschöner Tag. Das Wetter spielte endlich mal wieder mit und wir konnten den ganzen Tag im Freien verbringen. Es wurde getobt und gerannt. Tauziehen war das Spiel des Tages. Genommen wurde alles was so groß war, dass zwei Mäulchen dran passten. Höhepunkt war ein Tauziehen zu sechst. Alasca hat als Schiedsrichterin die Sache genau beobachtet. Zu Frauchens Freude war die Transportbox, immer noch heiß begehrt, wenn es darum ging zwischendurch einen gemütlichen Platz zum Schlafen zu finden. Ein paar von uns bevorzugen dagegen den Platz unter der Strandmuschel (statt darin). Sie zwängen sich unter die Muschel und haben so einen höhlenartigen Schlafplatz. Die Zweibeiner bekommen immer erst mal einen riesen Schreck, wenn plötzlich zwei oder drei von uns fehlen, weil sie uns da so schlecht ausmachen können.
Frauchen hat heute so ein langes dünnes rundes Etwas vom Haus aus bis quer durch den Garten verlegt. Sie hatte etwas dagegen, dass wir das Teil zum Anbeissen gern hatten. Dann kam auf einmal Wasser vorne heraus. Erst in einem festen lauten Strahl, dann wie unter einer Brause. Erst haben wir uns das Spielchen beguckt, dann wurde Ace vorgeschickt das Ganze näher in Augenschein zu nehmen. Um das besser untersuchen zu können, ging er immer weiter ins Zentrum der herunterregnenden Tropfen hinein, bis er auf einmal Gewahr wurde, dass nicht nur Regenwasser, sondern auch Wasser aus dem Schlauch nass macht, sehr nass sogar, also wieder ein paar Schritte zurück.
Inzwischen wollten wir auch alle wissen, was da genau los ist, also alle ab hinein ins kühle Nass. Manche nur mit dem Kopf, andere bis zur Schwanzspitze. Wer zurück lief, preschte danach direkt wieder los. Was für ein Spaß! Aber Frauchen hatte Angst, dass wir uns verkühlen und stoppte einfach das schöne Spiel.
Statt dessen legte sie den aufgedrehten Schlauch mit etwas festerem Strahl auf die Erde, damit wir auch dies näher untersuchen konnten, ohne zu nass zu werden. Hinzu kam diese merkwürdige Geräusch, als das Wasser auf dem Rasen und den Platten "aufschlug". Aber irgendwann war auch dieses Spiel zu Ende und Herrchen und Frauchen brachten uns hinein ins Warme. Da gab es noch was leckeres zu Essen (mit leckerem Quark!) und dann wurde tief und fest geschlafen.
20.08.2010
Heute hat Herrchen einen blauen Kreis mit in den Außenauslauf gebracht. Ich bin direkt darauf zu und schwubs hindurch. Dann begann Herrchen den Kreis langsam zu vergrößern, d.h. er versuchte es, denn ich hatte es mir inzwischen darin richtig gemütlich gemacht und meine Geschwister fingen an das Teil zu entern. Mit Hilfe von Frauchen gelang es den Zweibeinern dann schließlich doch, den Kreis zu entfalten und siehe da, es wurde eine 5 Meter lange Röhre daraus!
Mama war auch direkt Feuer und Flamme. Als Frauchen sagte "durch", da schoß sie im Affenzahn hindurch und wir im Pulk hinterher. Wir haben den ganzen restlichen Tag mit dieser neuen Errungenschaft verbracht. Super war auch die Variante, drei von der einen Seite hinein und vier von der anderen und dann Attacke!! Wir wären die perfekten American Footballspieler, ein Check hier und ein Check da und schon sind wir aneinander vorbei. Auch beim Nachlaufspielen kann man super hindurchpesen.
Abends hat Frauchen uns ein wenig die Ohren sauber gemacht, damit wir auch das kennen, wenn wir demnächst in unser neues zu Hause ziehen.
21.08.2010
Heute haben wir eine Kunststoffschale mit so kleinen harten Kügelchen in unserem Auslauf vorgefunden. Als Amazone testweise ihre Vorderpfoten hineinstellte, knirschte es sonderbar und sie beschloß die Hinterbeine besser auf festem Boden zu belassen. Wir anderen blieben erst einmal am sicheren Rand stehen. Schließlich übernahm Vision das Zepter und hüpfte als erste ganz hinein. Amaze ließ nicht lange auf sich warten und sprang hinterher. Anfangs bewegten sie sich noch ganz vorsichtig. Eine halbe Stunde weiter und wir schossen im Wechsel hinein und hinaus in die Kieskiste, wie Frauchen sie nannte. Als wir testeten, ob man die Steinchen auch zerkauen kann, da nutzte sie direkt die Situation aus, um uns den Begriff "Aus" näherzubringen.
Herrchen hat heute das Gitterrost zu einem Klettergerüst umgebaut, so dass wir jetzt obendrüber klettern und unten durch krabbeln können. Es ist schon was tolles von oben genau beobachten zu können, was untendrunter los ist. Auch zum Schlafen eignet sich das Rost perfekt., von oben scheint die Sonne und von unten weht ein angenehm kühler Wind.
22.08.2010
Heute schien auf dem angrenzenden Spielplatz ein Kindergeburtstag stattzufinden, so laut ging es diesmal dort zu. Die wären mal besser alle zu uns gekommen, dann hätte jeder ein Kind zum Spielen gehabt. Es waren in letzter Zeit zwar viele Besucher mit Kindern hier, aber die haben immer bestenfall nur zwei Stück auf einmal mitgebracht. Also haben wir uns stattdessen bei der Hitze, es uns schön im Schatten gemütlich gemacht, das hatte auch was für sich.
Etwas später begann ein immer wieder kehrendes lautes Grollen in der Luft zu liegen. Wir haben Frauchen mal skeptisch betrachtet, aber als sie ganz entspannt blieb, blieben wir es auch, zumal wir das Geräusch ja schon kannten, wenn auch nicht aus dem Freien. Später kamen so komische Lichtblitze hinzu, so als ob jemand sich nicht entscheiden konnte, ob er das Licht nun an oder aus machen will. Also kein Grund zur Aufregung. Als schließlich prasselnder Regen einsetzte haben uns Herrchen und Frauchen herangerufen und unter die große überdachte Terrasse gebracht.
Dort erwartete uns die Ballkiste diesmal mit der zu sonst dreifachen Menge an Bällen darin. Das war ein Spaß. Insbesondere für unsere Ballkönigin "Vision", die kam gar nicht mehr aus der Kiste heraus. Als das Gewitter immer heftiger wurde kam Mama zu uns und legte sich ganz entspannt mit in den Auslauf, um uns zu zeigen, dass alles O.K. war, klar, was denn sonst?
Irgendwann gab es vereinzelte Geräusche, als ob jemand Steine auf das Terassendach werfen würde. Dann sahen wir diese Teile auch direkt vor uns laut hernieder prasseln. Sie waren weiß und hatten etwa 1-2 cm Durchmesser und machten einen irrsinnigen Lärm. Frauchen war von unserem Bestreben, die Dinger einzufangen, um damit Spielen zu können, weniger begeistert, zumal wir dann so weit draußen waren, dass wir auch etwas von den Körnchen abbekamen. Aber wie war das, was uns nicht tötet, macht uns nur noch härter, also zeigten wir keine Regung. Frauchen versuchte Ihren Stolz Herrchen mitzuteilen, aber der verstand in dem Lärm nicht ein einziges Wort, aber auch er strahlte uns auch so glücklich an und meinte wir wären eine tolle Rasselbande!
23.08.2010
Heute hat Petrus es nicht gut mit uns gemeint. Als wir heute herauskamen, hat es mal gerade fünf Minuten gedauert, bis es kräftig anfing zu regnen. Hoffentlich kommt Frauchen nicht direkt wieder, um uns hereinzuholen. Das bißchen Wasser macht uns doch nichts aus. Es ist eine riesige Freude hinter den Wassertropfen her zu jagen und sie zu fangen. Als wir recht feucht aussahen, hat Frauchen sich einen nach dem anderen von uns geschnappt und mit so einem komischen Tuch abgerubbelt und dann ins Trockene gesetzt, das tat gut. Auf Terasse gut angekommen erwarteten wir schon sehnsüchtig den nächsten Besuch mit Kindern.
Als wir heute nachmittag wieder in den Garten durften, hat Frauchen uns einen nach dem anderen wieder in die Kieskiste verfrachtet, die diesmal ein bischen nach Seeufer aussah, mit dem ganzen Wasser darin. Das war lustig.
Eben wurden wir mal wieder auf die Waage verfrachtet. Inzwischen haben wir stolze 4,5 bis 5,5 Kilo!
24.08.2010
Heute durften wir, viel länger wie sonst, im Wechsel die Gegend erkunden. Es gibt ja so viel Neues zu entdecken, man weiß gar nicht, wo man anfangen soll die Welt zu erschnüffeln und zu betrachten.
Zurück im Gehege, hatten sich die Damen, die es zuvor mal wieder nicht abwarten konnten und sich vorgedrängelt hatten, jetzt auch noch völlig breit gemacht, auf unserem schönen Podest. Kaum näherte sich einer von uns Jungs oder wagte es vielleicht sogar eine Pfote vorsichtig auf das Gitter zu setzten, da wurde er sofort attackiert. Also wiegten wir sie in Sicherheit und legten uns, ganz Gentlemenlike, schön verteilt um das Podest herum und mimten die schlafenden. Die Damen wurden des Aufpassens müde und wähnten sich in Sicherheit, bis wir uns einer nach dem anderen von unten anschlichen und wie zufällig mal hier und da an einem vor den Häärchen ziepten, die so schön durch das Gitter reichten. Wenn eine von Ihnen erbost auffuhr, stellten wir uns sofort wieder schlafend. Wir können doch kein Wässerchen trüben... .
Und nachtragend sind wir ja auch nicht. Aber als Herrchen dann mit den Futternäpfen kam und wir alle sieben hinstürmten, war die Verlockung einfach zu groß. Ein leichter Hüftschwung nach links und noch einer nach rechts und die Damen hatten leider den Napf verfehlt. Tja, und hier ging es um wirklich lebenswichtige Dinge.
25.08.2010
Heute sind wir 7 Wochen alt geworden! Zur Feier des Tages hat Herrchen uns eine Sandkiste hingestellt. Vision war als erste drin und merkte sofort, dass man darin wunderschön buddeln kann. Es dauerte nicht lange, da hatten wir alle unseren Spaß damit.
Mama ist auch mit in den Auslauf gekommen und hat mit uns "in der Ballkiste und im Sandkasten" gespielt. Sie nahm die herausgefallenen Bälle immer wieder zwíschen die Zähne, hielt sie uns dann hin und versuchte uns so spielerisch zu animieren, mit in den Ball zu beißen und daran zu ziehen. Und sie hat einen "Vortrag" gehalten, um das Kapitel "Mimiken und Verhalten" in einer Live-Vorführung zu präsentieren. Auch vorsichtige Raufspiele wurden uns vorgeführt und dabei zum Mitmachen eingeladen. Es war wirklich eine super Geburtstagsfete.
26.08.2010
Heute Morgen gab es, nach der alltäglichen Trainingsstunde mit Mama, von unserem Terassenauslauf aus, was interessantes zu sehen (wir haben alle schön in einer Reihe am Zaun gestanden und fasziniert zugeschaut): Herrchen und Frauchen haben laut klimpernde Metallstangen hervorgeholt und damit herumgescheppert. Dann haben sie sie ineinander gesteckt, bis sie ein riesiges Gebilde errichtet hatten. Obendrüber kam eine große raschelnde weiße Plane. Anschließend haben sie die Zäune umgestellt und fertig war unser neuer Auslauf.
Die Zweibeiner haben ihn so konzipiert, dass wir eine große trockene Spielfläche haben, für die kommenden Regentage. Von dort aus können wir , ganz nach Lust und Laune, auf den langgestreckten Wiesenauslauf, damit wir zwischendurch auch mal so richtig kräftig Gas geben können. Mittags kam dann noch der Agilitytunnel hinzu und alles war perfekt.
Abends, als wir wieder drinnen im Hauswaren, hat Frauchen uns vorgeführt, was ein Regenschirm ist und wie plötzlich er auf- und zuklappt. So ein Spielzeug wollen wir auch haben! Aber wir durften mal wieder nur kurz daran schnuppern. Als wir mit den Zähnchen eine genauere Untersuchung durchführen wollten, hieß es gleich wieder "Nein!", wie bei allem Interessanten. Sollen wir nun Neues kennen lernen oder nicht?
Anschließend hat Frauchen wieder gestaunt, wie Mama uns scheinbar mit Nichts im Griff hat (sie sah fast neidisch aus). Wenn Mama unseren Auslauf betritt, dann wissen wir immer gleich, was Sache ist. Obwohl die Milchbar seit vorgestern leider geschlossen ist, stehen wir anfangs immer noch in den Startlöchern, um einen "Run" auf die besten Zitzen zu starten, sobald wir Mama sehen. Doch sie macht uns sofort klar, durch Augenausdruck, Mimik und Körperhaltung, dass es nichts geben wird. Also ziehen wir uns brav zurück und legen uns hin. Schließlich wollen wir es uns ja nicht mit Mama verscherzen.
Sie wartet dann immer ab, bis auch der Letzte von uns eine entspannte Position eingenommen hat. Dann legt sie sich zu uns und fängt an, uns einzeln zum Spiel aufzufordern. Ist inzwischen jemand eingeschlafen und liegt dabei besonders still, dann geht sie gleich gucken, ob mit ihm alles in Ordnung ist. Dann wird weiter mit den anderen gespielt und geschmust, bis wir irgendwann alle erschöpft eingeschlafen sind. Wir haben eine tolle Mama!
27.08.2010
Heute hat es den ganzen Tag lang geregnet. Da war das Herumtollen auf der Wiese nur halb so schön wie sonst und wir haben uns dann doch öfters ins Trockene zurückgezogen. Mittags kam noch ein Gewitter hinzu mit lautem Donnergrollen, was nur die Zweibeiner zur Sorge veranlasst hat, aber uns doch nicht!
Zwischendurch haben wir Herrchen geärgert. Immer, wenn er auf die Wiese kam, um unsere Häufchen einzusammeln, begann ein Wettrennen. Herrchen war mit seinen nur zwei Beinen eindeutig im Nachteil. Ich habe Herrchen immer genau ins Auge gefasst, um frühzeitig auszumachen, welches Häufchen er als nächstes auswählt. Dann habe ich den Rest unseres Trupps herbeigerufen und los ging das Rennen. Wir waren immer als erstes da und haben uns so verteilt, dass Herrchen nur noch einen Pulk Welpen sah und kein Häufchen mehr ausmachen konnten. Immer, wenn er es schafft einen von uns zur Seite zu schieben, dann stand sofort der nächste von uns parat, um seinen Platz einzunehmen. So hatten wir Herrchen heute ewig bei uns, bis er fertig wurde.
Abends hatten wir Besuch von anderen Hunden, die fast genauso aussahen wie Mama, nur die Farben waren anders. Die Vineyard-Collies waren bei uns. Alle super nett und freundlich.
28.08.2010
Der Countdown läuft. Heute in einer Woche werden die meisten von uns abgeholt, sagt Herrchen. Was meint er mit abgeholt? Hier ist es doch richtig nett, wieso sollten wir gehen wollen? Obwohl, wenn ich so drüber nachdenke, so ein paar Zweibeiner nur für mich alleine, ohne dass ich sie mit meinen Geschwistern teilen muß, dass wäre schon nicht verkehrt. Aber wenn ich noch einen von meinen Geschwistern mitnehmen könnte zum Spielen, dann wäre es perfekt. Tja, aber das Glück haben nur Magic und ich getroffen.
Die Familien, in die wir kommen, haben wir schon richtig lieb gewonnen. Sie haben alle Kinder, mit denen man ganz toll spielen kann. Auch Vision hat sich heute riesig gefreut, als ihre zukünftige Familie aus dem Baselland, in der Schweiz, extra nochmal für sie angereist sind. Aber auch wir anderen hatten viel Spaß mit dieser netten Familie. Sie haben schön mit uns gespielt und jeder von uns hat seine Streicheleinheiten bekommen. Es war einfach nur toll. Und jetzt sind wir so müde, dass es Zeit für uns ist schlafen zu gehen.
29.08.2010
Heute war ein prima Tag. Immer, wenn wir unsere Schläfchen, die wir so über den Tag verteilt einlegen, jeweils beendet hatten, da wurden wir von freudigem Kinderlächeln begrüßt (die Erwachsenen haben natürlich auch gelächelt, aber nicht so schön!). Heute sind nochmal alle neuen Familien, die die Gelegenheit hatten, nacheinander vorbei gekommen und haben ganz toll mit uns gespielt. Und als es am schönsten war, da sind sie wieder gefahren, schnief! Aber es dauert ja nicht mehr lange, da haben wir sie den ganzen Tag um uns!
Zum Spätnachmittag hin wurde es dann doch recht feucht und kühl, so dass wir schön früher wieder herein gekommen sind, erst in den Terrassenauslauf und dann nach drinnen ins Wohnzimmer. So hatte Frauchen dann nur noch Gelegenheit "Streuselkuchenfotos" von uns zu machen, wir alle schön gespickt mit Sägespänen oder Leinenstroh. Na was denn - ihr Menschen habt auch so komische Ohrstecker oder hängt euch Kettchen um den Hals, das sieht noch lange nicht so gut aus, wie wir mit unseren geschmückten Astralkörpern.
30.08.2010
Heute haben wir nicht unser übliches Geschirrchen angezogen bekommen, dass wir zum Kennenlernen in den letzten Wochen immer wieder getragen haben. Stattdessen haben wir jeder ein eigenes neues bekommen. Anschließend hat Frauchen uns jedem noch so eine lange breite Schnur gegeben und am Geschirr festgemacht und plötzlich wurde mit einem Schlag alles anderes. Bisher konnten wir noch in jeder Richtung vorstürmen. Ooh - da gibt es was interessantes zu sehen und ab ging es dahin. Als ich das heute probierte, zogen sich auf einmal die Riemen um Brust und Bauch stramm und plötzlich kam ich nicht mehr von der Stelle, obwohl meine Beine weiter liefen. Was war das???
Ich schaute auf meinen Rücken, dann schaute ich auf diese Schnur, Frauchen nennt sie übrigens Leine, verfolgte mit den Augen Zentimeter um Zentimeter und dann sehe ich sie, die Wurzel allen Übels. Da steckt doch tatsächlich die Hand von Frauchen in meiner Leine!?! Mit vorwurfsvollem Blick versuche ich nochmal in meine Richtung zu ziehen. Aber Frauchen bleibt einfach ganz ruhig stehen und meint ganz lapidar "Nein". Na dann halt nicht. Also hingesetzt und Frauchen erwartungsvoll angeschaut. Sie munterte mich auf in ihre Richtung zu gehen. Na dann gehen wir eben dahin Als echter Gentleman habe ich mich dann ihrem Willem gefügt und bin tatsächlich mitgegangen.
Frauchen war schon ganz stolz, etwa zwei Metern lang, dann siegte doch meine Neugier (schließlich soll ich mich ja auch geistig entwickeln, heißt es immer). Also Vollbremsung und Kurswechsel Richtung dem nächsten interessanten Objekt. Frauchen nahm es gelassen und ließ mich schnuppern und brachte mich dann schließlich doch wieder dazu den ursprünglich eingeschlagenen Kurs wieder weiter zu verfolgen. Magic mit Herrchen erging es nicht viel anders und nach und nach kamen wir alle an die Reihe.
Wir sind vorne am Grundstück bis vorne an die Straße gekommen. Da war was los. Bisher hatten wir die Autos mehr aus der Distanz gesehen. Aber es ist schon ein irres Gefühl, wenn sie dann so direkt an einem vorbei rauschen. Und dann noch diese Zweibeiner, die vorbei eilen. Herrchen meinte schon, das wäre für uns wie Fernsehen. So könnte man sich ewig satt sehen, es gab so viel Neues zu entdecken.
Abends gab es dann die 4. Wurmkur und jetzt gehen wir schlafen und träumen von der Freiheit!
31.08.2010
Heute haben Herrchen und Frauchen uns wieder versucht zu ärgern, mit flatternden Wäschestücken zum Trocknen, die sie direkt über unseren Köpfen aufgehängt haben. Als wir es mit vereinten Kräften geschafft haben eines der Stoffteile zu Boden zu bringen und Frauchen stolz unsere Trophäe präsentierten, da hat sie irgendwie so komisch reagiert .... .
Amazone hat dafür gesorgt, dass alle ausreichend Bewegung bekommen. Sie hat einen Ball an der Kordel genommen und ist immer wieder in einem irren Tempo durch den Agilitytunnel gejagd und wir anderen haben Fangen gespielt. Alle Bemühungen sie zu überholen und ihr den Ball abzujagen schienen vergeblich, bis Alasca auf die Idee kam, ihr vom anderen Tunnelende her entgegenzulaufen. Es endete in einem riesen Tumult, denn an Bremsen war nicht mehr zu denken. Herrchen meinte heute Abend gäbe es wohl "Welpenauflauf". Man, ist der gemein. Sportlich wie wir von Natur aus sind, haben wir natürlich keine Blessuren davon getragen und haben direkt mit den wilden Verfolgungsjagden weiter gemacht.
Forstsetzung siehe unter 9.-10. Lebenswoche
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