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Raven's Tagebuch
(Das Tagebuch eines Amerikanischen Colliewelpens)
6 Monate
12.01.2011
Alasca berichtet:
Heute haben wir das Projekt "Jugend forscht" weiter fortgeführt. Frauchen legt immer soviel Wert darauf, dass ich alles genau kennenlerne, aber manchmal gehen ihr einfach die Ideen aus, so dass ich selber etwas nachhelfen muss, was mal mehr und mal weniger Anklang findet. Ich denke, ich soll zur Selbständigkeit erzogen werden. Frauchen brummelt sich dann immer etwas in den Bart, von wegen dass sie aber noch gerne die Fäden in der Hand halten würde - ich glaube zu Weihnachten schenke ich ihr Strickzeug.
Herrchen hatte kürzlich dann auch eine tolle Idee. So fuhr er mit uns allen zu einem abgelegenen Waldweg. Nachdem Mama und Tante Samira sich zunehmend weigern 24 Stunden täglich mit mir zu spielen, bin ich ständig auf der Suche nach neuen Freunden. Als wir ein Stück unterwegs waren, knarrte es plötzlich im Unterholz und hervor kam etwas großes Dunkles. Oooah - was ist das denn - der spielt bestimmt mit mir?! Alle erstarrten regungslos - diese Luschen. Alles muss man selber in die Hand nehmen. Also erst mal Eindruck schinden: Attacke - hin mit Gebrüll (oder besser gesagt "Gebell") . Frauchen schien auch ganz begeistert, denn sie schrie wie am Spieß.
Aber was war das für eine Kreatur? Statt mitzuspielen, blieb der Koloss einfach stehen und senkte sein Haupt. Also Taktik ändern. In einem Indianerfilm habe ich mal gesehen, dass zügiges Umzingeln den Feind verwirren soll und man so die Illusion erzeugt, dass man in der Überzahl ist und da ja keiner mitmacht .... . Also das Vehikel in irrsinnigem Tempo laut lärmend umkreist. Die anderen Zwei- und Vierbeiner trauten sich noch immer nicht ran, wobei Frauchen den Eindruck machte nach vorne spurten zu wollen, um mich zu packen - aber dafür musst Du mich erst mal kriegen! Also weiter!
Aber auch das merkwürdige Ungetüm war echt komisch. Es trat vielversprechend einen Schritt vor. Frauchen schien kurz vorm Ohnmachtsanfall. Und dann drehte es sich einfach weg und rannte zurück ins Unterholz. Herrchen vermutete schon, dass dem Wildschwein sei schwindelig geworden von dem wilden Umkreisen. Angreifen hätte es aber eh' nicht können, bestenfalls die zur Salzsäule erstarrten Gaffer am Rande, denn so sportlich schnell wie ich ist keiner!!!
Meine Zweibeiner sind übrigens leicht zu erziehen. Als ich zuletzt im Garten die ungezogenen, laut keckernden Elstern anbellte, schimpfte Frauchen und schickte mich auf die Decke. Mama und Tante Samira haben mir immer eingetrichtert, ich solle die Zweibeiner immer genau beobachten. Also habe ich kurz eins und eins zusammengezählt. Und fortan brauche ich nur einmal kurz zu bellen, wenn ich wieder ins Haus möchte und zack geht die Terassentüre auf und ehe Frauchen etwas sagen kann, bin ich schon durchgestürmt auf meine Decke. Das fluppt mit ihr. Wer kann schon von sich behaupten, dass er einen Portier hat, der so auf Zack ist!
Aber lange hielt die Freude nicht an. Da hatte Frauchen das Spiel durchschaut - so ein Ärger! Hier ist sie mir auf die Schlicke gekommen, aber bei vielem anderen noch nicht. Aber jetzt lieber bin ich lieber still, bevor ihr noch jemand was verrät!
Bis zum nächsten Mal!
Fortsetzung unter 7 Monate
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