Start Raven's Tagebuch 3. - 4. Lebenswoche
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Raven's Tagebuch

 

(Das Tagebuch eines Amerikanischen Colliewelpens)

 

 

3. - 4. Lebenswoche

 

 

22.07.2010

 

Wir sind inzwischen schon 2 Wochen alt. Gefeiert haben wir mit stolzem Jubelrufen, auch wenn Frauchen mehr das Gefühl hatte, dass wir unsere verschiedenen Stimmlagen erproben, jetzt  wo wir uns anfangen hören zu können. Die Gehörgänge gehen jetzt bei allen nach und nach auf. Die Äuglein sind auch schon ein wenig größer geworden. 

 

Jetzt wo wir und sehen können, fangen die ersten Spiele miteinander an. Mit weit aufgerissenem Mäulchen wird der Gegenüber angegangen, wobei das Mäulchen offen bleibt. Auch mit den Vorderbeinchen werden die ersten Stöße versetzt. Allen voran ist Amazone immer dabei. Sie geht auch schon auf die Menschen spielerisch zu. Für mich als Gentleman kommt das natürlich nicht in Frage, wo kämen wir denn dahin, Frauchen mit weit aufgerissenem Mäulchen anzugehen. 

 

Unser Fell wird täglich plüschiger. Die Kopfumrandung, der spätere Kragen, ist auch schon etwas länger, als das übrige Fell. Tja, so allmählich kann man sehen, was wir alle für stattliche Kerle und hübsche Mädels werden! 

 

 

23.07.2010

 

Inzwischen hat Amazone alle mit ihrem Spielvirus angesteckt. Nach dem Erwachen wird sich erst einmal eiligst auf die Milchbar gestürzt.; jeder hofft die besten Zitzen für sich zu erobern, Aber dann geht es los, alles was sich bewegt wird angespielt Mit unseren unwidestehlich kessen Blicken, die wir jetzt schon gezielt einzusetzen wissen, wird jeder umgarnt, egal ob Mensch oder Tier.

 

Erst werden aktive Mitspieler gesucht, egal ob Geschwisterchen, Mama oder diese Zweibeiner. Dabei wird keine Rücksicht genommen, ob das Geschwisterchen gerade beim Einschlafen ist. Wer den Fehler macht  einem von uns über den Weg zu laufen, der wird mit Kusshand genommen, wir sind ja nicht so wählerisch.

 

Menschen werden dabei bevorzugt gewählt. Sie gehen praktischerweise sehr koordiniert auf unsere noch eher unkoordinierten Bewegungen ein. Bei uns kommt es zwischendurch schon einmal vor, dass wir aufeinander zugehen wollen und dann kippen beide  in unterschiedlichen Richtungen weg (hat da etwa einer gelacht?). Aber das wird von Tag zu Tag immer seltener.

 

Zwischendurch wird alles genauestens erforscht. Frauchen legt uns schon die ersten Untersuchungsobjekte hin. Viel spannender ist aber die Waage mit der Schüssel drauf. Wir machen uns immer eine Spass daraus, das Gegenteil zu machen,  von dem was Frauchen von uns erwartet. Sollen wir in die Schüssel zum Wiegen, dann wollen wir hinaus (ein paar Nieten schlafen doch tatsächlich beim Wiegen inzwischen ein - ich natürlich nicht!). Sind wir nicht dran zum Wiegen, dann gibt es keinen schöneren Kletterplatz, außer vielleicht noch Frauchens Gliedmaßen, als die besagte Schüssel.

 

Tierisch Spass bringt es, im wahrsten Sinne des Wortes, sich mit auf die Wiegefläche zu legen, sobald Frauchen einen von uns in der Schüssel hat. Wenn Frauchen gerade voll konzentriert auf den zu Wiegenden ist (besonders viel Spass macht das bei Stramplern), dann warten wir ab, bis der Strampler fast still liegt, um uns dann mit mehreren "Mann" mit auf die Wiegefläche zu werfen. Wenn Frauchen dann ihren nörgelnden Blick aufsetzt, dann strahlen wir sie mit unseren unwiderstehlichen Kulleraugen an. Manchmal machen wir es auch eher unaufflällig. Dann kann es schon mal vorkommen, dass wie unbeabsichtigt, von dem einen ein Köpfchen und von dem anderen ein Beinchen mit  aufgelegen.  Frauchen staunt Anfangs über die überdurchschnittliche Gewichtszunahme, kommt uns dann aber schnell auf die Schliche.

 

Nach nicht all zu langer Zeit, werden wir dann auch schnell wieder müde. Dann sind Streicheleinheiten, bevorzugt von Menschenhand, sehr gefragt. Und es geht doch nichts über ein  gemütliches Ankuscheln an die Gliedmaßen der Zweibeiner und dann ganz gemütlich einschlafen.

 

 

24.07.2010

 

Heute strotzen wir nur so vor Energie. Jetzt, wo das auf den Beinen halten nicht mehr so viel Mühe kostet, können wir viel mehr Energien in unsere Spiele stecken. Einige fangen damit schon an, sobald sie aufwachen. Zwischendurch wird dann ein Energydrink am Mamas Ziezen genommen und dann geht es gleich weiter, bis uns der Schlaf dann doch irgendwann wieder übermannt.

 

Auch das Stimmchen wird schon kräftig geübt. Aus dem "rrrr" soll dann später mal ein "grrr" werden, wenn das Spielknurren mal ein bischen ausgefeilter wird. Aber wir sind ja auch noch im Zwergenalter. Außerdem wollen wir Frauchen ja keine Schrecken einjagen.

 

 

25.07.2010

 

Heute haben wir entdeckt, dass wir dieses lange Teil in unserem Munde auch selbständig bewegen können, um unsere Geschwister  und Mama genauer zu untersuchen und abzuschlecken. So kann man auch mal an Mamas Futternapf naschen. Auch die Nase findet immer mehr Einsatz, wenn wir auf andere treffen und wenn es um Entdeckungen geht.

 

Frauchen hat uns heute so ein rundes Teil, namens Stoffball, in die Wurfkiste gelegt. Wenn man ihn kräftiger anstubst, dann kullert er einfach so weg. Magic hatte als erster das Vergnügen. Erst war er ganz verblüfft, wieso das Ding sich plötzlich eigenständig bewegt.  Dann  kam er auf die Idee, dass man das Teil ja dann auch verfolgen könne. Also auf ihn mit einem siegessicheren "rrrr"!  Ace hat schnell heraus gefunden, dass sich der weiche Ball auch hervorragend als Liegekissen eignet. Ich fand Herrchens Schoß aber viel bequemer, besonders wenn er einem dabei so nett den Bauch krault.

 

Frauchen hat heute gestaunt, dass man die Zähnchen schon schön weiß durchschimmern sehen kann. Lange kann es nicht mehr dauern, bis sich durchbrechen. Dann sind wir für den Verteidigungsfall gut gerüstet, denn schöne scharfe Krallen haben wir jetzt schon.

 

 

26.07.2010

 

Heute war es dann so weit! Unsere Zähne brechen am Oberkiefer durch! Seit ein paar Tagen übt Frauchen schon mit uns, dass wir sie in unseren Mund schauen lassen. So konnten dann heute alle unsere strahlend weißen Beißerchen bewundern! Diese kleinen Dinger machen sich ausgesprochen gut, wenn man etwas in den Mund nimmt. Egal ob es eines von den verschiedenen Tüchern und Spielzeugen ist, die Frauchen uns immer wieder im Wechsel in die Wurfkiste legt oder ob es das Fell von Mama oder das Mäulchen von einem der Geschwister ist.

 

Amazone war heute Abend enttäuscht, als alle anderen von uns nach und nach einschliefen, wo sie doch noch weiter spielen wollte. Also hat sie sich Ace geschnappt und hat mit ihren Zähnchen sein Fell am Rücken nach und nach "ausgekämmt". Ace, ganz der Gentleman stellte sich weiter schlafend, und ließ alles ruhig über sich ergehen.

 

 

27.07.2010

 

Heute konnte Frauchen auch schon die ersten Zähnchen am Unterkiefer ausmachen!

 

Soeben kam der Anruf von der Zuchtwartin, um die Ergebnisse der MDR1-Tests mitzuteilen. Dass niemand von uns an diesem Defekt erkranken kann, dass war durch die ausgesuchte Verpaarung von vorneherein klar. Jetzt ging es darum, wer von uns, für eine eventuelle spätere Zuchtverwendung, nicht nur die Mindestanforderung +/- hat (die übrigens auch völlig ausreichend ist), sondern vielleicht sogar das Traumergebnis +/+ vorweisen kann. 

 

Das Untersuchungsergebnis von Ace steht noch aus. Ansonsten haben alle, bis auf Amaze, der aber auch noch ein sehr gutes Ergebnis mit +/- hat,  ein hervorragendes Ergebnis von +/+ !!! Wenn das kein Grund zur Freude ist!

 

Naja, ich hätte was dafür gegeben, wenn wir Jungs alle +/+ gehabt hätten. Dann wären die Mädels jetzt nicht so oben auf. Aber wie war das? Als echte Gentlemen stecken wir auch das mit Links weg!

 

 

28.07.2010

 

Heute sind wir 3 Wochen alt geworden! Statt uns einen Kuchen zu spendieren haben sich die Zweibeiner eine andere Leckerei für uns einfallen lassen.

 

Nachdem wir immer so gerne Mamas Futternapf auslecken ist Frauchen heute auf die Idee gekommen, uns etwas Welpenmilch in den Napf zu füllen, damit wir uns schon einmal im Schlecken üben können. Im Schlecken üben - uns verhungern lassen wollte sie! Da füllt sie nur soviel hinein, dass wir mal gerade unsere Zunge benetzen können, nur weil sie meint wir könnten sonst etwas in die Nase bekommen.

 

Da war Herrchen schon viel fürsorglicher. Er hat uns das passende Gefäß herausgesucht und uns immer fleißig nachgegossen, so dass immer genug da war.

 

Aber irgendwas stimmt mit unseren Zungen nicht. Wenn wir versuchen aufzuschlecken, dann will sie sich einfach noch nicht richtig in Form bringen lassen, damit man auch mengenmäßig etwas geschafft bekommt. Mama und Tante Samira machen es uns zwar täglich vor, aber irgendwie will es noch nicht so richtig klappen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als die Zunge immer nur in dem leckeren Gesöff zu tunken. Allein Alasca hat schon halbwegs den Dreh heraus und bekommt in kurzer Zeit viel aufgenommen. Aber was soll es, am besten schmeckt es immer noch an Mamas Zitzen.

 

 

29.07.2010

 

Heute wurden wir sanft in den Schlaf geruckschaukelt, naja man könnte auch sagen mehr geruckelt, wie geschaukelt. Wir sind eine halbe Stunde lang Auto gefahren! Nachdem wir dreimal um die Ecke gebogen sind, war auch der letzte von uns sanft eingeschlummert. Zwischendurch haben wir noch einen kurzen Zwischenstop an einem Feldweg eingelegt. Mama und Tante Samira haben sich kurz die Beine vertreten. Wir haben nur mal kurz verschlafen aus der Box gelugt und uns dann rumgedreht und weitergeschlafen. Erst zu Hause sind wir wieder aufgewacht, als sie unsere je ca. 2-kg-Lebendgewicht wieder zurück in die Wurfkiste brachten.

 

Habe ich eigentlich schon erzählt, dass wir, seit dem Öffnen unserer Gehörgänge, immer wieder mit irgendetwas "beschallt" werden. Frauchen meint, dass das wichtig wäre, damit wir uns schon frühzeitig an die Geräusche der Menschenwelt gewöhnen. Da wird mit Geschirr geklappert, in die Hände geklatscht, Sektkorken geknallt, Musik und Fernseher laufen gelassen, Staubsauger, Rasenmäher, Mixer und nicht zu vergessen die laute elektrische Luftpumpe, um unseren "Pool" wieder voll aufzublasen. Da wird genießt, gehustet, Babygeschrei sowie verschiedene Menschen- und Tierstimmen abgegeben, in verschiedenen Stimmungslagen. Hinzu kommen die Feuersirene, Martinshorn, Kirchenglocken , Telefonklingeln, Wecker, Gewitter, Feuerwerk und vieles mehr. Die Menschen scheinen sehr ungeschickt zu sein. Immerwieder fällt Ihnen mal was laut herunter.

 

Aber was das ganze Theater soll, weiß ich wirklich nicht. Denn uns läßt das alles völlig unberührt. Bestenfalls wird mal kurz erstaunt der Kopf gehoben, aber dann widmen wir uns wieder den wichtigen Dingen des Lebens, wie Essen, Schlafen und Spielen.

 

 

30.07.2010

 

Alles was in den Mund passt, gelangt wie von magischer Hand angezogen, zur Zeit auch irgendwie tief hinein und wird dann angekaut. Egal ob es sich dabei um Teile von den Geschwistern, Mama oder auch einfach nur die Wiegeschüssel handelt denn jetzt fangen die "Backenzähne" an durchzubrechen.

 

Alasca hat zwei super Spiele erfunden. Beim ersten geht sie hin und nimmt eine Ecke der Decke, auf der wir  "leben" und zieht sie uns unter den Füßen weg. Alternativ nimmt sie auch gerne das Handtuch, das unter den Milchnäpfen liegt .... .

 

Das andere Spiel ist noch besser: Sie rennt aus der einen Ecke los, springt dann mit Anlauf in den Milchnapf und rennt dann weiter bis in die gegenüberliegende Ecke.  Frauchen reagiert dann nur immer so komisch. Während sie versucht Alasca davon abzuhalten weiter zu machen, hat längst einer von uns das Zepter übernommen und springt in den Napf. Frauchen ist da eindeutig im Nachteil mit nur zwei Händen gegen uns sieben Zwerge und eine Wurfkiste von knapp 2,50 Meter Länge.  Aber wofür hat sie uns denn sonst die Milch hingestellt? Wenn man versucht sie zu trinken, dann wird das schnell langweilig, weil man immer wieder was in die Nase bekommt. Ich weiß auch nicht, was die Natur sich dabei bedacht hat, dass die Nase der tiefste Punkt ist. Wenn Mama trinkt, dann passiert ihr das nie.

 

Anscheinend macht sie mit der Zunge immer noch irgendetwas anders als wir. Und die Milchbar bei Mama schmeckt immer noch viel besser als das weiße Zeugs in den Näpfen. Außerdem macht Milch doch bekanntlich eine schöne Haut und bei unseren täglichen Milchbädern bekommen wir bestimmt ein super tolles seidiges Fell!

 

 

31.07.2010

 

Heute wurden wir entführt! Man hat uns alle der Reihe nach weggetragen und dann auf so einem komischen Untergrund wieder abgesetzt. Er sah aus, wie so eine Mischung aus Liegedecke und Mamas Fell und das ganze in Grün. Wenn man das Zeug zwischen die Zähne nimmt schmeckt es so komisch. Herrchen meint das wäre Gras, was auch immer das sein soll. Milch schmeckt auf jeden Fall besser. Und dann war da nicht mehr diese blickdichte Umrandung, wie in unserer Wurfkiste, wo man bestenfalls oben herausschauen kann. Nein, da waren so komische silberne Stäbe. Durch die noch nicht einmal der Kopf hindurch passte.

 

Aber die Aussicht war phantastisch! Man konnte auf einmal unendlich weit schauen. Aber diese komischen Stäbe hätte man wirklich weglassen können. Was macht es für einen Sinn, wenn man weit gucken kann, aber kommt dann nicht dahin. Alle Versuche die Umrandung zum Einsturz zu bringen waren vergeblich, also beschränkten wir uns darauf erst einmal den Innenteil genauer unter die Lupe zu nehmen. Da war ja nicht nur Gras, sondern auch ein paar graue harte Teile, Platten, wie Herrchen meint. Mama murmelte etwas von, wir sollten uns vorangig darauf aufhalten und schön fleißig darauf hin und herlaufen, dann würden wir uns vielleicht endlich die nadelspitzen Krallen ein wenig ablaufen, die sich sonst immer wie kleine Rasierklingen in ihr Gesäuge bohren, wenn wir  "sanfte"  Milchtritte ausüben.

 

Aber die Wiese erwies sich letzlich als viel interessanter. Auf dem griffigen Bodengrund konnte man hervorragend toben. Zwischendurch mal kurz an Mamas Milchbar einen kleinen Snack abgeholt und dann ging es weiter. Endlich konnten wir auch Tante Samira  mal  richtig in Augenschein nehmen und sie uns, ohne dass Mama was dagegen hatte.

 

Als wir nach einer halben Stunde völlig geschafft waren und anfingen uns schlafen zu legen, da haben uns Herrchen und Frauchen wieder in die Wurfkiste zurückgebracht und siehe da, es hatte keiner Mühe mit dem Einschlafen und wir haben so schön geträumt.

 

 

01.08.2010

 

Inzwischen klappt das mit dem Milch schlürfen schon richtig gut. Heute Mittag gab es dann was richtig leckeres, fast genauso lecker, wie Mamas Milch. Als Frauchen die üblichen Schälchen mit Milch hinstellte, lag plötzlich so ein ganz besonderer, unwiderstehlicher Duft in der Luft. Alle Nasen, gingen fast gleichzeitig hoch und schnüffelten in Richtung Schälchen. Dann stürzten wir alle los und betrachteten das komische braune Etwas.

 

Magic, als der größte Hungerleider, wurde dann als Vorkoster auserwählt (er konnte sich sowieso schon kaum noch zurückhalten). Alle betrachteten ihn kritisch, aber ihm schien es wohl zu bekommen. Also stürzten wir uns auch alle drauf. Es war einfach nur lecker und es machte so richtig schön satt.

 

Heute durften wir wieder unseren Ausflug in den Garten machen. Dieses Mal sind wir alle direkt losgerannt und haben gespielt. Frauchen hat zwischendurch neben uns so ein paar zappelige Tücher an ein Seil gehängt, die sich dann hin und her bewegt haben (Frauchen sagt dazu "Wäsche aufhängen). Nach kurzer Begutachtung, was sie diesmal wieder für einen Unsinn betreibt, haben wir uns dann wieder unseren Tobereien gewidmet, bis wir so müde wurden, dass wir unser erstes Schläfchen unter freiem Himmel gemacht haben.

 

 

02.08.2010

 

Heute hat Frauchen uns zum zweiten Mal vorbeugend entwurmt. Sie hat die Tablette in Quark getunkt und dann ganz tief in unsere Mäulchen geschoben. Als wir sie völlig klaglos hinuntergeschluckt haben war sie ganz baff. Nur mit dem Nachschub an Quark, den wir im Gegenzug verlangten, hat sie sich geziert. Daraufhin hat Alasca, die die letzte Tablette verpasst bekommen hat, versucht ihre unauffällig im Milchnapf zu versenken, aber Frauchens Gehör schien noch ganz auf Vordermann zu sein. Dabei sagt man immer, die Menschen würden so schlecht hören.

 

Wir dürfen jetzt immer im Wechsel, immer einer alleine, kurze Streifzüge durch das Haus machen. Auserwählt werden immer die, die sich zuvor gut entleert haben. Frauchen will damit bezwecken, dass wir die Wohnung garnicht erst als Ort für Ausscheidungen abzugeben auswählen; als ob wir das nicht wüßten. Da geht es dann über verschiedene Bodenuntergründe, wie hochglänzende polierte Marmorplatten sowie Granitplatten, über Korkböden, Parkett und Teppich. Wir beeindrucken dann immer alle Bewohner mit unserer neugierigen, forschen Art. Frauchen passt immer auf, dass wir nicht hinter irgendwelchen Möbelstücken verschwinden. Sie hat bloß Angst, dass wir ein paar vergessene staubige Ecken ausfindig machen könnten. 

 

Als wir heute im Garten waren, hat Frauchen eine große dünne Abdeckfolie direkt neben uns abgelegt. Bei jedem Windzug bauschte sie sich auf und fiel dann wieder in sich zusammen. Frauchen guckte schon ganz gespannt, wie wir reagieren und war dann schon fast enttäuscht, das wir das nur zum Gähnen fanden. Kurz darauf haben wir uns zum Schlafen gelegt, während Herrchen daneben die Bretter für unseren neuen Innenauslauf zurecht schnitt und dann zusammenzimmerte.

 

 

03.08.2010

 

Heute ist Frauchen uns mit so metallischen abgerundeten Stacheln durchs Fell gefahren. Das sah erst gefährlich aus, hat aber überhaupt nicht wehgetan. Wenn man ehrlich ist, war es sogar sehr angenehm. Noch besser wäre es gewesen, wenn Frauchen uns diesen "Kamm" (so nennt sie das komische Ding) uns zum beknabbern dagelassen hätte. Schließlich hat sie doch auch ein Interesse daran, dass wir das Zahnen endlich abschließen, denn ein paar von den Backenzähnen fehlen noch.

 

Herrchen hat soeben noch die Türen an unserem neuen Innengehege angebracht. Morgen ist dann endlich der Umzug!

 

 

Fortsetzung siehe unter 5.-6. Lebenswoche

 

 

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